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Einführung - Spiritualität

Einführendes Wissen für ein solides Grundverständnis spiritueller Themen

Während die Zugehörigkeit zu einem religiösen Glaubenssystem zunehmend an Bedeutung verliert, steigt das Interesse an persönlich, ganz individuell erlebter Spiritualität rapide an. Mit dem wachsenden Interesse ist aber auch ein ein neuer Wirtschaftszweig entstanden, der in vielen Fällen den Fokus eher auf finanzielle Interessen als auf das Seelenheil der Menschen legt. So ist die "Lebenshilfe-Abteilung" im Buchhandel erstaunlich gewachsen, aber es wird immer schwieriger, dort seriöses und fundiertes Wissen zu finden. Was echte Spiritualität bedeutet, wie wir sie sinnvoll nutzen und wie wir erkennen, was wervoll oder überflüssig ist, damit beschäftigen wir uns hier.

Was bedeutet Spiritualität

Die Wissenschaft der Seele und des Seins

Was bedeutet eigentlich Spiritualität? Spiritualität stammt aus dem lateinischen Wort "spiritus", was so viel bedeutet wie Seele oder Geist. Damit wird auch der Kern sehr treffend beschrieben, es geht bei Spiritualität um Ihre Seele, um den Geist und Ihr Selbst und das alles im Zusammenhang mit der Frage des Seins. Es geht um das Innen.

In unserer Zeit hat eine Entwicklung stattgefunden, in der der Mensch überwiegend im Außen lebt. Das heißt, er orientiert sich überwiegend an der äußeren Umwelt und vergleicht sich mit dieser. Was tun die anderen, wie leben die anderen, was denken die anderen, wie erfolgreich sind die anderen, wie viel Geld verdienen die anderen. Als soziales Wesen möchten wir dazugehören, eben so sein wie die anderen. Wir fangen an, uns zu verbiegen, zu verstellen, Dingen nachzulaufen, für die wir uns eigentlich so gar nicht interessieren. Wir setzen uns selbst unter Druck und erschaffen uns Maßstäbe, denen jegliches Fundament fehlt. Nur eines vergessen wir dabei - selbst zu sein.

Das Innen wird immer zentraler Bestandteil sein. Aber es geht auch um das Nutzen des Außen, nur das wir damit nicht die materielle Welt meinen, sondern das, was man so schwer in Worte fassen kann. Nun versuchen wir es zu beschreiben.

Das Ich als Selbst

Wie wir sind und wie wir uns wahrnehmen

Zunächst das "Ich". Im nächsten Bereich kommen wir zur Welt um uns herum. In der chinesischen Medizin beschriebt man das Ich sehr schön. Man geht davon aus, dass der Mensch eine Wanderseele und eine Körperseele besitzt. Die Wanderseele wohnt in der Leber und wandert nachts zum Herzen um sich mit dem Geist und dem Unterbewusstsein zu verbinden. Die Körperseele kümmert sich um den menschlichen Körper und die physische Funktionsfähigkeit. Die Körperseele stirbt mit dem Tod eines Menschen, die Wanderseele dagegen verlässt den Körper beim Tod, um in einem anderen Körper neu geboren zu werden. Diesen Ansatz finden wir in allen alten Traditionen wieder. Die Ägypter öffneten z.B. Ihren Mumien den Mund, damit der KA - den Körper verlassen kann.

Tagsüber beobachtet die Wanderseele, was wir so alles erleben. Unsere Augen und die Leber sind im gleichen Funktionskreis. Je besser sich die Wanderseele mit unserem Geist austauschen kann, desto mehr nehmen wir von der Außenwelt das wahr, was für unsere persönliche Entwicklung von Bedeutung ist. Wenn Sie viel träumen, ist das ein Zeichen für eine sehr aktive Wanderseele. Bei Männern ist die Wanderseele übrigens von Natur aus wesentlich inaktiver. Daher finden Frauen einen deutlich leichteren Zugang zu spirituellen Themen. Wenn Sie zuviel träumen ist das aber auch ein Anzeichen dafür, dass Sie sich mehr erden müssen um in der materiellen Welt Ihren Aufgaben besser nachkommen können. (Dazu in Spiritualität der chinesischen Medizin mehr).

Der Geist ist das, was wir als höhere Instanz unseres Seins verstehen können. Der Geist ist eine Energie, die uns mit allem was existiert verbindet. Im Unterbewusstsein wird dagegen alles gespeichert, was wir mit unseren Sinnen wahrnehmen - bewußt oder unbewusst.

Jede menschliche Seele hat einen individuellen Lebensplan. In diesem ist gespeichert, wer und wie wir sind und natürlich auch die Aufgaben, denen wir uns im irdischen Leben stellen möchten. Wenn wir von unserem Lebensplan abweichen, kann es in unserem Leben zu massiven Schwierigkeiten und auch so manchen Tragödien kommen. Unsere Seele wird immer versuchen uns zurück auf unseren Weg zu führen. Hier treffen wir die Momente im Leben, zu denen wir sagen: "Oh, was für ein Zufall.", oder auch "Das soll dann wohl so sein.". Wer sich mit spirituellen Themen beschäftigt, wird sich in diesem Kontext besser wahrnehmen und lernt, die Zeichen der Seele zu verstehen.

Die geheimnisvolle Welt

Was wir um uns herum wahrnehmen

Um uns herum nehmen wir vorderrangig die materielle Außenwelt wahr. Das ist absolut richtig so, denn immerhin leben wir in dieser Welt. Wir haben einen Körper, damit wir diese materielle Außenwelt mit unseren 5 Grundsinnen erleben können. Das ist etwas ganz wundervolles, denn unsere Welt ist atemberaubend schön und es gibt so vieles von dem, was wir mit unserem Herzen genießen können. In dieser Welt müssen wir mit beiden Beinen fest verwurzelt sein. Spirituelles Wachstum wird nicht möglich sein, wenn wir die Außenwelt ablehnen.

Im vorherigen Abschnitt haben wir geschrieben, dass der Geist eine Energie ist, die uns mit allem was existiert verbindet. Das "Alles, was existiert" bezieht sich jedoch nicht nur auf die materielle Außenwelt, sondern es gibt noch viel feinere Energien, die wir als materiell verhafteter Mensch jedoch nur unbewusst wahrnehmen können. Wie und als was wir diese feinen Energien wahrnehmen, hängt von unserem kulturellen Hintergrund ab. Lesen Sie dazu den Abschnitt "Das Rückgrat unseres Denkens". Das mit den feinstofflichen Energien erklären wir Ihnen im Bericht "Die Energie des Seins".

Das es neben der materiellen Welt noch mehr gibt, können sich viele Menschen aufgrund unseres kulturellen Weltbildes nicht vorstellen. "So ein Spökes." - hört man dann oft. Ja, das mag sein - wissenschaftlich beweisen lässt es sich natürlich nicht. Es geht aber auch nicht um die Wissenschaft, sondern es geht um den Menschen selbst. Jeder Mensch kann und muss selbst entscheiden, ob Spiritualität im eigenen Leben einen Platz einnehmen soll oder auch nicht.

Wenn Menschen sich auf die spirituelle Reise begeben, ändert sich der Filter der Wahrnehmung. Plötzlich sieht man Dinge, die man vorher nicht wahrgenommen hat. Damit meinen wir keine Gespenster, sondern das bewußte Erleben der Energie. Das kann sehr bewegend sein und gerade am Anfang wird sich das bisherige Weltbild komplett verändern. Es ist als ob man einen Film bisher immer nur in schwarz-Weiß gesehen hat und nun plötzlich in Farbe sieht.

Die Wahrnehmung und der Glaube an diese Energie ist aber noch immer nicht der Sinn der Spiritualität. Der Sinn ist es, diese Energie für den eigenen Weg der Seele zu nutzen. Die Zeichen erkennen und entsprechend zu handeln - so könnte man es umschreiben.

Und genau dafür finden sich in der Welt der Spiritualität endlose Verfahren, Techniken und Philosophien. Ganz gleich, mit welchen Verfahren Sie bisher oder in Zukunft arbeiten werden, Sie werden immer das für sich entdecken können, was auch für Sie wichtig ist. Denn jede Art von Praxis werden Sie so erleben, wie es Ihre Seele für richtig hält. Es gibt lediglich zwei Grundregeln an die Sie sich halten müssen. Der unerschütterliche Glaube und das Bewußtsein für die Eigenverantwortung.

Der feste Glaube

Das was uns gesunde und feste Wurzeln gibt

Manchmal kann das Leben wirklich schwer sein. Das was in schweren Lebensabschnitten helfen kann, ist ein unerschütterliche Glaube an das Selbst und an eine führende Kraft. Es hat alles einen Sinn und auch schwere Situationen sind manchmal nötig, um uns selbst wieder in die richtige Richtung zu bringen. Leider versteht man das meist erst hinterher, aber wer von vornherein mit einem festen Glauben an den Sinn an schwierige Situationen herangeht, kann sie leichter durchstehen. Fragen Sie sich immer, was Sie lernen können oder sollen. Die Antworten liegen tief in unserem Innersten, wir müssen nur bereit sein, diese auch hören zu wollen. Oft müssen wir uns mit unseren Schattenseiten auseinander setzen. Auch das ist keine Prüfung, sondern etwas sehr Spannendes. Eine sehr gute Freundin sagt immer "Man kann nur so tief fallen, wie in Gottes Hand." Das ist meiner Meinung nach, ein ganz wundervoller Spruch.

Denken Sie immer daran, alles was Ihnen im Leben passiert, ist in Ihnen selbst entstanden. Gott, das Universum, die große Energie - wie immer Sie es auch nennen mögen - ist immer da, um Sie auf den Weg Ihrer Seele zu begleiten. Sind Sie falsch abgebogen, werden Sie zurück geführt. Haben Sie eine Aufgabe nicht verstanden, werden Sie ihr erneut begegnen. Sind Sie auf dem richtigen Weg, werden Sie Glück, Zufriedenheit und Leichtigkeit verspüren. Sie werden immer gelenkt und geführt, Sie müssen es nur zulassen.

Die Eigenverantwortung

Niemand wird Ihnen Pflichten und Aufgaben abnehmen

Ich begegne immer wieder Menschen, die sich in spirituelle Welten flüchten und es gibt auch immer wieder Menschen, die sich in dieser verlieren. Das kann natürlich sehr gefährlich sein! In den meisten Fällen möchten die Menschen die Verantwortung für das eigene Leben abgeben. Das geht leider nicht. Der Verantwortung dafür, wie Ihr weltliches Leben aussieht, liegt immer bei Ihnen. Das heißt nicht, dass Sie an allen schweren Situationen in Ihrem Leben selbst Schuld sind. Schwere Situationen gehören einfach zum Leben dazu. Verantwortung heißt, dass Sie selbst alles in Bewegung setzen, um diese schwierigen Situationen durchzustehen und immer versuchen, alles Notwendige daraus zu lernen.

Das "Universum um etwas bitten" ist z.B. eine solche Modeerscheinung. Da wünschen sich Menschen Geld, einen neuen Job, das dies passiert, oder jenes. Klar können Sie das Universum bitten, aber notwendig und sinnvoll ist das nun wirklich nicht. Denn mit dem Universum sind Sie ohnehin verbunden und es richtet alles jeden Tag höchstpersönlich auf Ihre Lebenssituation aus. Der Sinn um etwas zu bitten bewirkt aber, dass Sie Ihren eigenen Fokus neu ausrichten. Wer sich einen neuen Partner wünscht, wird auch Ausschau nach diesen halten. Zu hoffen, dass das Universum Ihnen 20.000 € überweist, ist natürlich volliger Quatsch.

Wenn wir uns etwas wünschen, bekommen wir das auch. Nur meistens anders, als wir es gedacht haben. Genau genommen stellen wir fest, dass wir gar nicht genau genug "gedacht" haben. Wir wünschen uns ein größeres Haus, bekommen das und schreckliche Nachbarn dazu. Wir wünschen uns 10kg abzunehmen und werden so krank, dass wir und schwach und klapprig fühlen - aber 10kg weniger Gewicht auf die Waage bringen. Sich Dinge wünschen ist schwer. Wir bekommen Sie nicht vom Universum, sondern sie entstehen aus uns heraus. Und dadurch dass wir uns so auf die Objekte der Begierde fokussieren, vergessen wir den großen ganzheitlichen Blick und bekommen das, was wir ja gar nicht wollen, gratis dazu. Dem Finden steht oftmals das Suchen im Weg.

Leben Sie im Hier und Jetzt und richten Sie Ihren Fokus immer zuerst auf die Welt, in der Sie leben. Achten Sie darauf, in dieser fest verwurzelt zu sein und vernachlässigen Sie nicht die Pflichten Ihres Alltags. Spiritualität hilft Ihnen, die Richtung Ihres Lebens zu erkennen. Sie macht das Leben nicht leichter, aber verständlicher.

Spiritualität und Praxis

Über den Umgang mit spirituellen Themen und Techniken

Spiritualität ist nichts, womit der Mensch sich zwingend bewusst beschäftigen muss. Es gibt genug Menschen, die Spiritualität für Nonsens halten und das ist auch okay. Spiritualität ist und wirkt immer, ob man daran glaubt, sich damit intensiv beschäftigt oder auch nicht. Wir dürfen es uns daher nicht anmaßen, anderen Menschen unsere Vorstellungen aufzudrängen. Manchmal mag das schwer sein. Insbesondere wenn man sieht, wie Menschen sich immer und immer wieder im Kreis drehen. Aber das ist dann einfach nicht unsere Aufgabe.

Toleranz

Jeder Mensch sieht seine Wahrheit anders
spirituell

Toleranz üben. Wie Sie bereits gelesen haben, nimmt jeder Mensche die Welt, die große Energie und somit auch Spiritualität auf eine eigene, persönliche Art und Weise wahr. Was für Sie offensichtlich und wahr ist, muss für andere nicht gleichsam wahr sein. Umgekehrt gilt das natürlich ebenso. Wenn eine Farbe für jemanden blau aussieht, für Sie aber eher lila - dann ist das so und muss auch so sein. Wenn Ihnen jemand etwas ganz Abenteuerliches erzählt, dann gehen Sie tolerant davon aus, dass das für diese Person eben so ist.

Ein schönes Beispiel ist das Thema Engel. Engel sind, wie wir gelernt haben, eine Form der Energie, der wir durch unseren christlich kulturellen Hintergrund das Bild eines Engels zuschreiben. Wenn wir nun keine Engel sehen, dann liegt das einfach daran, dass wir die Energie anders wahrnehmen. Ohne Bild eines Engels. Und es bedeutet nicht, dass der andere spinnt. Spiritualität ist also sehr individuell und auch sehr individuell erfahrbar. Daher sollten wir immer offen und tolerant sein.

Die großen Gefahren der Praxis

Spiritualität kann auch gefährlich sein

Wenn Sie sich mit Themen beschäftigen, für die Sie persönlich und spirituell noch gar nicht gerüstet sind, kann das leicht zu schweren psychischen Störungen führen. Daher nehmen Sie sich viel Zeit und experimentieren nicht einfach so herum. Wenn Sie bereits unter psychischen Erkrankungen leiden oder psychisch eher ein instabiler Mensch sind, sollten Sie von einigen spirituellen Themen der Praxis etwas Abstand nehmen. Was bei anderen harmonisierend wirkt, kann bei bestehenden Disharmonien leicht zu einer Verstärkung des Leidens führen. In unserem Praxisteil informieren Sie darüber, wann und wo Vorsicht geboten ist. Finger weg von schwarzer Magie und Beschwörungen. Sie werden den Rest Ihres Lebens in Angst verbringen, wenn Sie versuchen einen Dämon zu beschwören. Auch Praktiken wir Pendeln, Ouija-Brett oder Astralreisen sollten mit Vorsicht genossen werden. Alle Praktiken, bei denen "Tore" geöffnet werden, sollten nur von Menschen genutzt werden, die darauf vorbereit sind, was sich hinter der Tür verbergen könnte.

Generell empfehle ich, praktische Themen znächst nur zusammen mit erfahrenen Praktikern anzuwenden. Schon allein das Arbeiten mit der Kundalini-Energie im Yoga kann bei völlig unbedarften einen schweren Schock auslösen. Sollte Ihnen dennoch mal irgendetwas passieren, womit Sie nicht recht umgehen können, suchen Sie sich unverzüglich professionelle Hilfe. Es gibt zahlreiche Therapeuten, die bei spirituellen Krisen helfen können.

Der Nutzen

Spiritualität sinnvoll anwenden

Spiritualität kann man auf ganz verschiedene Weise nutzen. Ein für mich zentraler Bestandteil ist z.B., die Zeichen zu erkennen, ob man auf dem richtigen Weg ist oder auch nicht. Nun muss man allerdings darauf achten, dass man zwar mit viel Achtsamkeit durchs Leben geht, aber auch nicht alles als geheimes Zeichen auslegt. Nicht alles im Leben hat immer auch eine tiefe spirituelle Bedeutung.

Wie und zu welchem Zweck man spirituelle Techniken nutzt, bleibt einem selbst überlassen. Sie sollten aber darauf achten, dass Ihre spirituelle Arbeit auch einen Sinn hat. In vielen "spirituellen Foren" werden die abenteuerlichsten Dinge gepriesen. Da kann man lernen, wie man das dritte Auge öffnet oder mit luziden Träumen in ferne Welten reisen kann - wozu soll das dann aber gut sein? Wenn ich nicht gerade vorhabe, ein spiritueller Heiler zu werden, macht es für mich keinen Sinn das dritte Auge zu öffnen. Was soll ich denn mit dem anfangen, was ich dort zu sehen bekomme. Und wozu in fremde Welten reisen? Hier wird oft mit reißerischen Themen geworben um Besucher auf Websiten zu locken, weil viele Besucher, in diesem Fall hohe Einnahmen durch Werbung bedeuten.

Wenn Sie sich für ein Thema interessieren, dann prüfen Sie immer vorab, ob das für Sie auch einen Sinn macht.